Straßenverkehrsgesetzes (StVG)
Sicherheit im Wandel – Das neue StVG und die MSLF-Systematik
Die Mobilität von morgen ist digital, automatisiert und stellt völlig neue
Anforderungen an unsere Sicherheitskonzepte. Mit der jüngsten Aktualisierung
des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) legt der Gesetzgeber den Grundstein
für den Betrieb hoch- und vollautomatisierter sowie autonomer Fahrzeuge auf
deutschen Straßen. Doch was bedeutet das für die Sicherheit im Einsatz?
Kernaussagen aus
sicherheitsrelevanter Sicht
- Klare
Rollenverteilung zwischen Mensch und System: Das StVG
definiert präzise, wann ein System die Fahrzeugsteuerung übernehmen darf
und unter welchen Bedingungen der Mensch wieder eingreifen muss. Bei
hochautomatisierten Funktionen darf sich der Fahrer zwar abwenden, muss
aber jederzeit „wahrnehmungsbereit“ bleiben.
- Die Einführung der
„Technischen Aufsicht“: Für autonome Fahrzeuge (ohne Person am Steuer)
führt das Gesetz die Rolle der Technischen Aufsicht ein. Diese
natürliche Person überwacht den Betrieb von außen, kann Manöver freigeben
oder das Fahrzeug in einen „risikominimalen Zustand“ versetzen.
- Ethische
Programmierung und Unfallvermeidung: Systeme zur
Unfallvermeidung müssen so ausgelegt sein, dass der Schutz menschlichen
Lebens oberste Priorität hat. Bei unvermeidbaren Kollisionen ist eine
Gewichtung nach persönlichen Merkmalen (z. B. Alter) strikt untersagt.
- Umfassende
Datenpflicht zur Analyse: Um Sicherheit kontinuierlich zu verbessern,
verpflichtet das StVG Halter zur Speicherung zahlreicher Betriebsdaten,
insbesondere bei Störungen oder Unfällen.
Warum ist dies relevant
für die MSLF-Systematik?
Die MSLF-Systematik
betrachtet das Zusammenspiel von Mensch, System, Logistik und Führung. Das neue StVG liefert hierfür die rechtliche
und operative Matrix:
- Mensch: Die Anforderungen
an die „Wahrnehmungsbereitschaft“ und die Qualifikation der Technischen
Aufsicht definieren die menschliche Komponente neu.
- System: Die technischen
Anforderungen an die funktionale Sicherheit und den Schutz vor unbefugten
Eingriffen (Cybersecurity) sind nun gesetzlich verankert.
- Logistik: Festgelegte
Betriebsbereiche für autonomes Fahren erfordern eine neue logistische
Planung der Infrastruktur.
- Führung: Die Entscheidungsgewalt in
kritischen Momenten – ob durch das System selbst oder die externe Aufsicht
– verändert die Führungsdynamik im Einsatz grundlegend.
Sicherheit im Einsatz bedeutet heute, die Schnittstellen dieser vier Säulen
im Kontext der neuen Gesetzgebung zu beherrschen.
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Die Digitalisierung des Straßenverkehrs ist kein
Zukunftsszenario mehr, sondern geltendes Recht. Wie Sie diese komplexen Systeme
in der Praxis sicher führen und die MSLF-Systematik erfolgreich anwenden,
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